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Organisationsübergreifende Zusammenarbeit für Nachhaltigkeit

Modul 10.

Organisationsübergreifende Zusammenarbeit für Nachhaltigkeit

Lernziele

  • Verstehen Sie, wie organisationsübergreifende Zusammenarbeit Nachhaltigkeit, Innovation und Widerstandsfähigkeit in Familienunternehmen ermöglicht.
  • Erkennen Sie die wichtigsten Formen der Zusammenarbeit und ihren strategischen Wert für den grünen Wandel und die Einhaltung der Vorschriften.
  • Potenzielle Partner identifizieren und erste, risikoarme Schritte hin zu einer nachhaltigkeitsorientierten Zusammenarbeit definieren

Ziel dieses Moduls

Dieses Modul soll Familienunternehmen helfen zu verstehen, warum und wie Zusammenarbeit beim Übergang zu einer grünen Wirtschaft wichtig ist.

Am Ende des Moduls werden die Lernenden in der Lage sein:

  • Verstehen, wie organisationsübergreifende Zusammenarbeit Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit in Familienunternehmen fördert.
  • Erkennen Sie verschiedene Formen der Zusammenarbeit über Wertschöpfungsketten, Gebiete und Institutionen hinweg.
  • Identifizieren Sie die konkreten Vorteile von Partnerschaften für Innovation, Compliance und Wettbewerbsfähigkeit
  • Entdecken Sie praktische Beispiele für gemeinschaftliche Umweltpraktiken
  • Überlegen Sie erste Schritte zur Aktivierung oder Stärkung von Partnerschaften innerhalb Ihres eigenen Ökosystems.

Einleitung

Umweltprobleme – von Ressourcenknappheit bis hin zu Anfälligkeit der Lieferketten – sind zu komplex, um sie allein bewältigen zu können.

Für kleine und Familienunternehmen ist die organisationsübergreifende Zusammenarbeit unerlässlich, um den grünen Wandel voranzutreiben.

Zusammenarbeit ermöglicht es Unternehmen, Wissen zu bündeln, Tools gemeinsam zu nutzen, auf spezialisiertes Fachwissen zuzugreifen und gemeinsam nachhaltige Innovationen, zertifizierte Prozesse und umweltfreundlichere Praktiken voranzutreiben. Familienunternehmen können mit KMU, größeren Firmen, Verbänden, Universitäten, Behörden oder NGOs kooperieren, um ihre Wirkung und Chancen zu vervielfachen.

Nachhaltigkeit ist nicht länger eine individuelle Anstrengung; sie ist ein gemeinsamer Weg zu Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlichem Mehrwert.

Die organisationsübergreifende Zusammenarbeit ist ein entscheidender Faktor für Nachhaltigkeit, insbesondere für kleine und familiengeführte Unternehmen. Durch die Kooperation mit anderen Unternehmen, Institutionen, Forschungszentren oder der Zivilgesellschaft können Unternehmen neue Kompetenzen erschließen, Ressourcen teilen und effektivere Nachhaltigkeitspläne entwickeln.

Inhalt dieses Moduls

Kein Unternehmen – insbesondere kein kleines und familiengeführtes – kann den Übergang zu mehr Nachhaltigkeit allein bewältigen. Die Komplexität der Vorschriften, Umweltauflagen und Markterwartungen erfordert ein kooperatives Vorgehen.

Organisationsübergreifende Zusammenarbeit hilft dabei, Kräfte zu bündeln, Kosten zu senken und Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit zu fördern.

Die Infografik hebt sechs zentrale Vorteile der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit hervor.

Horizontale Zusammenarbeit

Zusammenarbeit mit vergleichbaren Unternehmen aus demselben Sektor oder derselben Region: Austausch bewährter Verfahren, Tools und Infrastrukturen sowie gemeinsames Streben nach Zertifizierungen.

Vertikale Zusammenarbeit

Zusammenarbeit mit Lieferanten, Herstellern, Händlern oder Kunden: Ausrichtung der Nachhaltigkeitsziele entlang der Wertschöpfungskette, Reduzierung von Abfällen, Verwendung von Öko-Materialien und Anwendung von Rückverfolgbarkeitssystemen.

Institutionelle Zusammenarbeit

Zusammenarbeit mit Kommunen, Universitäten oder öffentlichen Einrichtungen: Wissenserwerb, Finanzierung, Sichtbarkeit und Teilnahme an lokalen Entwicklungs- und Innovationsinitiativen.

Cluster- und Netzwerkzusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit Verbänden, Genossenschaften oder Innovationsclustern: Steigerung der Reichweite, Förderung gemeinsamer Initiativen, Anträge auf Fördermittel und politischer Vertretung.

Reflexionsaktivität

Kartieren Sie Ihre Kollaborationslandschaft:

Welche Akteure (Unternehmen, Institutionen, Organisationen) in Ihrem Sektor oder Ihrer Region arbeiten bereits an Nachhaltigkeit?

Essem Design – Schweden

Essem Design ist ein familiengeführtes Möbelunternehmen, das seit 1937 auf Kreislaufwirtschaft setzt.

Es arbeitet mit lokalen Designern, Materiallieferanten und Logistikdienstleistern zusammen, um die Umweltbelastung zu reduzieren und die regionale Wirtschaft zu unterstützen.

Das Unternehmen arbeitet zudem mit Zertifizierungsstellen und Prüfinstituten zusammen, um verschiedene Standards (ISO, Umweltproduktdeklarationen) zu erfüllen. Diese Kooperation vereinfacht komplexe Zertifizierungsprozesse und trägt zur Erfüllung der Kundenerwartungen bei.

Satturn Holešov – Tschechische Republik

Satturn ist ein familiengeführtes Technologieunternehmen, das in Zusammenarbeit mit Universitäten und Ministerien dezentrale Abwasserbehandlungssysteme und Umwelttelemetrie entwickelt. Diese Innovationen werden landesweit in Kommunen und Krankenhäusern eingesetzt.

Satturn hat auf seinem Gelände (Photovoltaikanlage, Regenwassernutzung, Wärmedämmung) ökologische Innovationen umgesetzt und dient dabei als eine Art Reallabor. Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen gemeinsam mit der Gemeinde, ansässigen Unternehmen und Bürgern am Aufbau einer lokalen Energiegemeinschaft.

Reflexionsaktivität

Kollaborations-Canvas:
  • Wer sind drei potenzielle Partner in Ihrer Wertschöpfungskette oder Ihrem Vertriebsgebiet, mit denen Sie eine Zusammenarbeit ausloten könnten?
  • Welche Herausforderung im Bereich Nachhaltigkeit könnten Sie gemeinsam angehen?
  • Welche Form der Zusammenarbeit wäre am nützlichsten (technische, logistische, werbliche, institutionelle)?
  • Was wäre ein erster Schritt zur Initiierung dieser Partnerschaft?

Nachhaltigkeit lässt sich nicht im Alleingang erreichen. Durch Zusammenarbeit können Familienunternehmen ihre Anstrengungen bündeln, Risiken teilen und gemeinsam umweltfreundliche Lösungen entwickeln. Sie verschafft Zugang zu Wissen, Skaleneffekten und Sichtbarkeit und stärkt gleichzeitig das langfristige Engagement für Nachhaltigkeit.

Zusammenarbeit

Wissen und Ressourcen teilen

Seien Sie Strategisch

Ziele und Prioritäten aufeinander abstimmen

Nutzen Sie Ihr Netzwerk

Chancen vervielfachen

Glaubwürdigkeit aufbauen

Vertrauen und Sichtbarkeit stärken

Klein anfangen ⟶ Große Wirkung

Kleine Bündnisse, echte Veränderungen

Zusammenarbeit ist ein Prozess – keine einmalige Handlung

Nächste Schritte

  • Lokale Akteure und Akteure entlang der Wertschöpfungskette erfassen.
  • Identifizieren Sie gemeinsame Nachhaltigkeitsziele oder – herausforderungen.
  • Nehmen Sie Kontakt auf und schlagen Sie eine einfache, risikoarme Kooperationsidee vor.
  • Die Ergebnisse dokumentieren und die erfolgreichen Ansätze ausweiten.
  • Dembek, K., Singh, P. & Bhakoo, V. (2016). Gemeinsamen Wert schaffen: Eine systematische Übersicht, Synthese und Forschungsagenda. International Journal of Management Reviews, 18(2), 167–191. doi.org/10.1111/ijmr.12068
  • Europäische Kommission. (2020). Eine KMU-Strategie für ein nachhaltiges und digitales Europa. Brüssel. commission.europa.eu
  • Family Business Network (FBN). (2022). Toolkit für die Zusammenarbeit für nachhaltiges Wahstum. Interne Veröffentlichung.
  • OECD. (2023). Ökologisierung von KMU für mehr Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Paris: OECD Publishing. oecd.org/industry/greening-smes.htm
  • Porter, M. E., & Kramer, M. R. (2011). Gemeinsamen Wert schaffen: Wie man den Kapitalismus neu erfindet – und eine Welle von Innovation und Wachstum auslöst. Harvard Business Review, 89(1–2), 62–77. https://hbr.org/2011/01/the-big-idea-creating-shared-value
  • Vereinte Nationen. (2015). Ziele für nachhaltige Entwicklung. Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele. sdgs.un.org/goals/goal17